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27. Juni 2018

Schwarzwälder Kirschtorte

Ich habe keine Erinnerung daran, ob ich schon als Kind alles „Tortige“ verschmähte. Oder ob dies später kam, als ich anfing „Torte“, und im Besonderen die „Schwarzwälder Kirschtorte“, mit klappernden Kaffetassen, Kaffetanten und biederer Konditorei zu assoziieren.

Mein Mann liebt die „Schwarzwälder“. Für  2 Sonntagnachmittagsgäste ging er vor einiger Zeit in eine Konditorei Kuchen besorgen. Ich instruierte ihn eindrücklich: „bringe für die Gäste bitte KEINE Schwarzwälder, sowas ißt doch heute keiner mehr“. Er kam mit 2 Stückchen Schwarzwälder für sich selbst. Für „die anderen“ brachte er meine propagierten Obstkuchen.

Er war in großer Vorfreude wegen SEINER Schwarzwälder und kümmerte sich selbst um das Austeilen der Kuchen. Zu seinem Erstaunen wünschte unser erster Gast ein Stückchen Schwarzwälder, kein Problem, sein Reservestück wartete ja noch auf ihn.

Ich werde nie das Entsetzen in seinem Gesicht vergessen, als auch der 2. Gast Schwarzwälder wünschte. Damit war SEINE Schwarzwälder futsch und er mußte sich mit Obst auf Biskuitboden begnügen.

Der Fall Schwarzwälder Kirschtorte beschäftigt mich seither. Schließlich hatte ich meinem Mann seine Schwarzwälder-Freude mit meiner bescheuerten Sichtweise und Fehleinschätzung vermasselt. Ich habe dann viele Versuche unternommen für ihn Schwarzwälder zu backen. Tatsächlich ist die Kombi von Schoko, Sauerkirsche und Sahne wirklich super!

Die Ergebnisse waren eigentlich immer OK, aber letztlich fand ich bei allen Rezepten den Teig zu trocken. Und in der Optik gefällt mir der akurate Sahne-Putz nicht (trotz Talent zu Handarbeit und Basteln habe ich das nie gut hinbekommen!). Statt weiter Rezepte auszuprobieren kreierte ich eine eigene Schwarzwälder:

  • der Boden besteht aus  meinem Lieblings-Brownie-Teig. Er läßt sich nicht gut in Schichten schneiden. Deshalb hat meine Schwarzwälder nur eine Schicht Brownieteig. Viel einfacher, viel schicker.
  • frische Sauerkirschen, aufgekocht mit Zucker und Stärke. Konsistenz von leicht fließend bis Grützenfest, je nach Gusto. Vorteil Grützenfest: die Torte bleibt auch noch am nächsten Tag standhaft.
  • Sahne nicht zu Beton schlagen sondern locker. So locker, daß man sie nur mit Tülle (am Besten ISI-Lösung) spritzen kann. OHNE ZUCKER! Keine Seitenverkleidung. …Sept/2018: nö, heute aus Versehen zu Beton geschlagen (ohne SAHNE STEIF!!!), war gar kein Problem. Sah gar nicht unschick aus.
  • rechteckige Form

Das ist meine Schwarzwälder. Mein Mann sagte, das war die beste Schwarzwälder, die er je gegessen hat. Yeah. Aus meiner blöden Borniertheit habe ich gelernt.

 

Brownie-Teig hier

(Ofen 170 Grad Heissluft), 200g dunkle Schoko zusammen mit 200g Butter bei 90 Watt in Mikrowelle schmelzen (dauert ca. 12 Min). Parallel 6 Eier trennen. Eigelb mit Schuß Alkohol (z.B. Portwein, Kirschwasser, egal was…) und 200g Zucker cremig schlagen. Die geschmolzene Schoko-Butter-Mischung einrühren. 120g gemahlene Mandeln einrühren, 100g Mehl einrühren. Das Eiweiß mit Prise Salz fast steif schlagen. In Teig unterrühren. In rechteckiges Blech (32×30) Backpapier legen. Teig darauf verteilen. 22 Min in Ofen. (Falls das Blech weniger Grundfläche hat erhöht sich die Backzeit). Auf Gitter Abkühlen lassen. Danach zurechtschneiden, so wie es gefällt.

Sauerkirschmasse

Ca. 600g entsteinte frische (oder TK, muß nicht aufgetaut sein) Sauerkirschen zusammen mit etwas Orangensaft und 200g Zucker aufkochen. Vom köchelnden Saft in ein kleines Gefäß ein paar Eßlöffel geben, ca. 3 gut gehäufte Tl Speisestärke einrühren, zurück zu den Kirschen geben und aufköcheln. Aufpassen dass sich keine Klümpchen bilden! (Das passiert falls man zu wenig Flüssigkeit mit der Stärke verrührt. Ausreichend Saft nehmen!!). Evtl mit zusätzlicher Speisestärke nachjustieren – steifere oder fließendere Konsistenz nach eigenem Geschmack festlegen (wer es fester mag muß mehr Stärke einköcheln). Zum Schluß ein Schuß Kirschwasser in die Masse einrühren. Abkühlen lassen. (Von der Masse wird nicht alles für den Kuchen benötigt. )

ACHTUNG: falls man die Kirschmasse nicht fest sondern eher fließend zubereitet hat sollte man nicht zu viel davon auf den Brownie-Boden türmen: die Torte zerfließt sonst nach kurzer Zeit.

Sahne

1 Liter ISI Spender mit 0,5 Liter kalter Sahne befüllen. KEIN ZUCKER. 1 Kapsel. Dickeste Tülle. (Von der Sahne bleibt übrig)

Zusammenbauen:

Zurechtgeschnittener Brownie-Teig auf Kuchenplatte. Vorsichtig mit Kirschwasser beträufeln (kein Muß). Sauerkirschmasse darauf löffeln. Sahne darauf spritzen. Verzieren nach Geschmack. Z.B. geraspelte Schoko und ein paar frische Kirschen darauf setzen.

Zutaten: 6 Eier, Lindt Schoko 70% mild, 400g Zucker, 200g Butter, 120g gemahlene Mandeln, 100g Mehl. 600g Sauerkirschen, Kirschschnaps, 3 Tl Speisestärke, Orangensaft, 0,5 Liter Sahne, Schokoraspel).

 

 

 

 

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19. September 2016

Tarta de Santiago

Dieser traditionelle gallizische Mandelkuchen schmeckt wunderbar flaumig-mandelig- zitronig-süß. Das Originalrezept besteht nur aus Eiern, gleichen Teilen Zucker und Mandeln, Zitronenabrieb und Zimt – in diesem Rezept von Ferran Adriá ist ein kleines bißchen Mehl drin. Señor Adriá weiß genau was er tut, sein Rezept ist perfekt.

…kein Muß, aber wenn´s ganz Besonders werden soll: Mandeln der Sorte Marcona verwenden!

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Aus: Ferran Adriá, „La Comida de la familia“.

1 unbehandelte Zitrone gut die Hälfte der Schale abreiben
3 Eier
150g Zucker
150g geriebene Mandeln
1 Eßl Mehl
etwas gemahlenen Zimt
Puderzucker zum Bestreuen
Kuchenform, Innendruchmesser ca. 21cm, leicht größer geht auch

Ofen auf 180 Grad vorheizen.

Auf den Boden der Kuchenform Backpapier geben, die Seiten buttern.

Eier schaumig schlagen, dabei nach und nach den Zucker einrieseln lassen. Zucker, Mandeln, Zitronenabrieb und Zimt miteinander vermischen und zu der Eimasse geben. Mit einem Schneebesen vermengen. Teig in die Kuchenform geben.

Adriá füllt die Form auf 1,5cm auf – er verwendet eine rechteckige Form. Da sieht der Kuchen flach hübsch aus. Wenn die Form rund ist sollte man wegen der Optik auf ca. 2cm gehen. Das kommt in etwa bei 21cm Innendurchmesser hin. Der Kuchen muß dann ein paar Minuten länger im Ofen bleiben.

Ca. 17 Min in den Ofen geben (gilt für die 1,5cm Höhe). Bei meiner Form dauert es knapp 10 Min länger.

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Seiten vorsichtig ablösen, Kuchen auskühlen lassen, vorsichtig vom Boden lösen. Mit Puderzucker bestreuen. (Wenn man es ganz authentisch mag: vor dem Puderzucker-Bestreuen eine Schablone des spanischen Jakobskreuzes auf den Kuchen legen, nach dem Zuckern abnehmen.)

 

 

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13. März 2016

Agi´s Orangen-Schoko-Nachtisch

Ági´s Schokokuchen hat mein bisheriges Lieblings-Schokokuchen-Rezept auf Platz 2 verdrängt (siehe Teig Schokoladenschnitten). Sie gibt Orangensaft und -Likör in den Teig – das schmeckt man nicht unbedingt heraus, aber die Konsistenz des Kuchens ist toll (vielleicht ist doch gut mehr Mehl zu verwenden als im „Mehl-reduzierten“ Rezept der Schokoschnitten). Der Clou:  Ági serviert den Kuchen mit frischen Orangen in Sirup, grandiose Idee!. Ihr Sirup-Rezept ersetze ich durch die raffinierten Blutorangen im Karamell-Citrus-Sirup. Klasse Kombi, super lecker und super hübsch.

SchokoOrange

SchokoQuadrate

 

für den Kuchen:
Blech: 27x30cm (kann auch etwas kleiner sein). (Oder: runde Springform 24cm, dann längere Backzeit beachten! In der runden Form wird der Kuchen „kuchenartig hoch“ und man kann ihn nicht in Rechtecke schneiden) Backpapier auf Boden, Rand buttern
200g Schokolade, Edelbitter 70% in Stücke brechen, Butter darübergeben. In Mikrowelle bei 90 Watt schmelzen.
200g Butter in Stücke schneiden
3 große Eier Eigelb vom Eiweiß trennen. Eiweiß mit 50g Zucker steif schlagen
50ml Orangenlikör
280g Kristallzucker 230g werden in das Eigelb gerührt, 50g wird mit dem Eiweiß steif geschlagen
1 unbehandelte Orange Schale abreiben (optional, lasse ich meistens weg), Saft auspressen
50ml Orangenlikör
200g Mehl
120g gemahlene Haselnüsse
1,5 Tl Backpulver
für den Orangen in Sirup, Rezept click hier
etwas Kakaopulver zum Bestäuben

Ofen auf 180 Grad aufheizen.

In die Schüssel mit dem Eigelb 25ml Orangenlikör geben, verrühren, unter stetigem Rühren den Zucker dazugeben. Eiweiß mit einer Prise Salz und den restlichen 50g Zucker steifschlagen.

In die Eigelb-Zucker-Masse einrühren:

Orangensaft und -schale (Orangenschale optional), restlicher Likör

Schoko-Butter-Masse,

Mehl+Backpulver+gemahlene Haselnüsse

stiefgeschlagenes Eiweiß.

Backpapier in Backform geben, Masse in Backform füllen, falls Blech 27×30: ca. 23 Min bei Heißluft (darauf achten, dass der Kuchen nicht zu lange im Ofen bleibt, er soll feucht sein, nicht krümelig! Hozstäbchenprobe!), falls runde Backform mit 23 cm: ca. 50 Min.

Kuchen auf Gitter auskühlen lassen, danach in Rechtecke schneiden und mit Kakao bestäuben. In eine Dessertschale Orangen mit Sirup geben und Schokokuchen-Rechtecke darauf setzen.

SchokoTeller

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26. Juli 2015

Catrin´s geniale Linzertorte

Vor kurzem hatten wir ein Sommerfest, um den Nachtisch kümmerte ich mich selbst….was machen für 40 Leute? Selbstverständlich kam mir da mal wieder Signorina Catrin in den Sinn… und ihre legendäre Linzertorte. Das Tolle: man kann (und soll) sie 4 Tage im Voraus backen. Dann läßt sie sich ganz unkompliziert in Alufolie packen, kühl stellen und so zieht sie vor sich hin. Am Festtag habe ich sie ausgepackt, in Quadrate geschnitten und nett angerichtet. Hohe Temperaturen nimmt sie gar nicht übel, und sie trocknet auch nicht gleich aus. Aber so weit kam es erst gar nicht… nach ein paar Augenzwinkern war sie schon weg. Die Gute!

…für das Gitternetz braucht man ein bißchen Geduld, und der Satz „kreatives Basteln macht mir Spaß“ sollte einem nicht fremd sein… Statt Gitternetz kann man auch Sterne, Herzen& Co. ausstechen und auf die Marmelade legen und/oder noch Beeren daraufsetzen… wenn ich nur daran denke bekomme schon wieder Lust eine Linzer zu backen…

Catrin hat das Rezept aus dem Buch „Backvergnügen wie noch nie“ – das Buch war schon vor 30 Jahren ein Klassiker und weckt in mir nostalgische Gefühle. Leider habe ich es vor vielen Jahren verschlampert, wie konnte ich nur…

ACHTUNG: Teig möglichst am Vorabend zubereiten, er sollte einige Stunden kühl gestellt werden.

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für den Teig (angegebene Menge für runde Form ca. 26cm)

Besonders schick wird die Linzer als rechteckiger Blechkuchen, Menge dann grob hochrechnen

130g Zucker der mit den feinen Kristallen
160g gemahlene Haselnüsse
130g Mehl
2Tl Kakao
1 Tl Zimt
1 Pckg. Vanillezucker
1 Msp. Nelke vorzugsweise Nelke frisch mörsern
1 Ei
1 Schnapsglas Kirschwasser, oder Himbeergeist, oder Schnaps von schwarzer Johannisbeere (!)
160g Butter nicht zu kalt, in Flöckchen
später auf den Teig streichen:
1,5 Gläser Himbeermarmelade Catrin´s Tip: SCHWARTAU EXTRA: perfekte Konsistenz für die Torte und perfekter nicht zu süßer Geschmack. Auch klasse: SCHWARTAU EXTRA Rote Johannisbeere!
1 Eigelb mit einem Schuß Milch damit den Teig bestreichen

Die Zutaten zu einem Teig verkneten (Küchenmaschine). Evtl. gibt man noch Mehl dazu: es soll „einigermaßen“ als Teig zusammenhalten – je mehr Mehl man dazugibt, um so „trockener“ wird später der Teig. Wie beim Brotbacken: der Teig soll möglichst feucht sein, aber so viel Mehl haben, daß er noch zu verarbeiten ist.

Teig in Pergamentpapier packen und kühl stellen (am Besten über Nacht).

Am nächsten Tag: Form/Blech mit Backpapier auslegen. Ofen auf 180 Grad vorheizen.

Nun geht es ans Basteln: ca. 2/3 des Teiges als Boden auf die Form geben. Der Teig bricht leicht, man „stückelt ihn zusammen“. Teigdicke: ca. 6-8mm, evtl. auch etwas mehr, wenn der Kuchen sehr groß wird und stabil bleiben soll.

Nun den Rand fertigen: eine lange mitteldicke Wurst rollen, an den Rand der Form drücken, mit einer Gabel die „Linzerstreifen“ andrücken.

Marmelade auf dem Boden verteilen.

Teig-Gitternetz: vom restlichen Teig große dicke Wurst rollen, Scheiben abschneiden, lange dünne Würste rollen. Würste auf die Marmelade legen, mit Gabel flach drücken – so entsteht das Gabelstreifenmuster.

Zum Schluß mit Milch verquirltes Eigelb auf den Teig streichen. Für ca. 40 Min. in den Ofen geben – je nach Backofen. Nach 30 Min. schon mal schauen!

Kuchen in der Form auskühlen lassen, dann in der Form in Alufolie packen und kühl stellen.

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26. Juli 2015

Catrin´s Biskuit für Obstkuchen

Zur Beerenzeit bereite ich als Nachtisch für Gäste am liebsten einen Beerenobstkuchen zu: läßt sich prima vorbereiten, schmeckt locker frisch und ist immer ein Hingucker. Die Bauweise ist Biskuit – Creme – viele Beeren – Tortenguß.

Beim Biskuit mußte ich immer wieder das Rad von vorne erfinden, irgendwo Rezept aufstöbern, Ergebnis O.K., aber etwas saftiger wäre gut…. Rezept wieder nicht notiert…Nun habe ich´s: Signorina Catrin hat mir Ihr bewährtes, saftiges, lockeres, klasse Rezept für Biskuit gegeben – Butter ist auch drin, so nennt man es „Wiener Masse“ und so wird und bleibt der Boden saftig! Yeah.

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Biskuit (Wiener Masse)
2 Eier
3 Eßl. Wasser
75g Mehl
75g Zucker
50g zerlassene Butter

Ofen auf 190 Grad vorheizen. Form: 24cm – Backpapier einspannen, Rand NICHT fetten.

Eier (müssen nicht getrennt werden) mit Wasser schaumig rühren, nach und nach den Zucker dazugeben. Mehl unterheben. Zum Schluß vorsichtig die Butter einrühren. Für ca. 20 Min. in den Ofen geben – wird ca. 2,5 cm hoch. In der Form auskühlen lassen.

Die Creme: z.B. Pistaziencreme, darauf Vanillepudding mit geschlagener Sahne.

 

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19. September 2014

Mandelkeks zum Espresso

Dieser super leckere, mürbe Mandelkeks ist Ottolenghi´s Kreation, er reicht ihn zum Espresso. Wie bei vielem, was sich Herr Ottolenghi ausdenkt, dieser Keks ist anders als andere, er schmeckt sogar, falls man gar kein Süß-Fan ist. Drin sind geröstete und gehackte Mandeln, Vanille, Orangenschale und: Orangenblütenwasser! Klasse.

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Aus: SPIEGEL ONLINE – Panorama – 14.08.2014, „Ottolenghis Rezept: Weihnachten im Sommer“, ergibt ca. 28 Kekse

80g ganze Mandeln, blanchiert
120g Butter, Zimmertemperatur in kleine Stücke schneiden und in Rührschüssel geben
1 unbehandelte Orange (Limette geht auch) Schale abraspeln, benötigte Menge: 1 Tl
1/2 Vanilleschote auskratzen
1 Tl Orangenblütenwasser die Qualitäten sind unterschiedlich – Stärke und Süße variieren stark. Verwende: Agua de Azahar „Tena“ (Sevilla)
160g Mehl sieben
1/8 Tl Salz
50g Puderzucker und 60g Puderzucker für den Überzug
evtl.: Kakaopulver

Ofen auf 150 Grad vorheizen (Heißluft).

Mandeln auf Backblech geben, 10 Min rösten. Aus dem Ofen nehmen und grob hacken.

Butter 2 Min. schaumig schlagen, Puderzucker (50g) dazugeben, weitere 3 Min. schlagen, bis die Masse schaumig ist. Orangenschale, Vanille, Orangenblütenwasser, 1/8 Tl Salz, Mandeln und Mehl hinzufügen und langsam zu einem festen Teig verrühren.

Backpapier auf ein nicht zu großes Backblech legen (das Blech muß in den Kühlschrank passen). Kleine Kugeln aus dem Teig formen (ca. 13-15 g Teigmasse nehmen), und auf das Backblech setzen. Ca. 2 cm Abstand zwischen den Kugeln lassen. Blech 1 Std. in den Kühlschrank stellen, damit die Bällchen fest werden (wenn man es eilig hat kann man das auch überspringen, dann sollte man den Ofen nach dem Mandelrösten nicht ausschalten).

Ofen auf 160 Grad aufheizen, Blech in den Ofen schieben, laut Rezept für 13 Min, bis der Boden der Kekse leicht golden ist, die Spitze aber noch keine Farbe angenommen hat. (Je nach Ofen dauert das auch mal länger).

Kekse aus dem Ofen nehmen und 5 Min. zur Seite stellen. Noch während sie warm sind in dem restlichen Puderzucker wälzen. Auf einem Kuchengitter abkühlen lassen. Der Puderzucker wird nun eine Art Glasur bilden. Sobald sie abgekühlt sind, ggf. nochmal im Puderzucker wälzen, oder darübersieben.

Man kann auch Kakaopulver darüber sieben, oder ein bißchen gemörserten Anis darüberstreuen, oder was einem sonst gerade einfällt.

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20. Mai 2014

Moni´s klasse Apfel-Streuselkuchen

Moni hat als Nachtisch einen klasse-krossen Apfel-Streuselkuchen mitgebracht. Der Clou: auf den Boden, unter die Äpfel, hat sie eine Schicht Mohnmasse gegeben, das war sehr lecker. Schöne Alternative zum Mohn: die Pflaumenmasse vom „Challah„.

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Mürbeteig  (Form: 26cm, es bleibt noch Teig übrig)
250g Mehl sieben
50g Zucker
1 Prise Salz
2 Eigelb
130g kalte Butter
Alternativer Mürbeteig nach Johanna Maier mit Haselnüssen: 300g Mehl, 80g Haselnüsse gerieben, 200g Butter, 100g Puderzucker, 1 Ei, 1 Prise Zimt.
4-5 Äpfel + 1 Zitrone + Zimt (Zimtstangen selbst mörsern, hmmm! Ceylon-Zimt nehmen: der enthält im Vergleich zum Cassia Zimt viel weniger von dem schädlichen Cumarin) schälen, 1/8-teln, in Scheiben schneiden, Zitronensaft darüberträufeln und mit etwas Zimt vermischen
Mohnmasse 120ml Milch mit 125g gemahlenem Mohn, 50g Butter, 50g Zucker und etwas Zitronenabrieb aufkochen. Vom Herd nehmen und 1/2 Std. quellen lassen.
oder
Pflaumenmasse 160g getrocknete Pflaumen, 120ml Wasser, 60ml Orangensaft, 1/8 Tl Meersalz, etwas Zitronenabrieb. Alles in einem Topf köcheln lassen, pürieren. Abkühlen lassen. Konsistenz nach dem Abkühlen: feste Creme. (Mache für den Kuchen mehr davon: 200g Pflaumen – Flüssigkeiten nach Augenmaß erhöhen. Wenn zu flüssig, dann Masse einfach länger einköcheln lassen).
Streusel 150g Mehl, 100g Butter, 100g Zucker

oder Mama´s Streusel: 100g Mehl, 80g Butter, 3 Eßl. Zucker, 50g geriebene Mandeln, 1 Tl Zimt

Aus den Zutaten für den Mürbeteig mit den Händen einen Teig kneten, zum Ziegel formen, in Folie packen, 1/2 Std. kühl stellen.

Backofen auf 180 Grad vorheizen.

Gekühlten Teig mit den Händen etwas kneten, dann ausrollen (wenn er sich schwer ausrollen läßt: einfach mehrere Teilstücke auf dem Boden der Form zusammensetzen und zusammendrücken). Rand möglichst dünn ausrollen und ansetzen.

Boden mit Mohn-o./Pflaumenmasse bestreichen, Äpfel darübergeben, Streusel darüber verteilen, evtl. etwas Zimt darüber verteilen. Ca. 45 Min. in den Ofen.

Von der Springform den Rand ablösen, den Kuchen auf dem Springformboden abkühlen lassen, danach vorsichtig auf eine Platte setzen.

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28. März 2014

Challah

Challah ist ein hübsch geflochtenes „Hefebrot“, nach jüdischer Tradition eines der Sabbat-Mahle. Geflochten wird mit 6 Strängen, das sieht sehr exquisit aus. Deb Perelman verrät in ihrem Kochbuch ihre Version eines Challah, sie flechtet einen runden Zopf aus 4 Strängen (=super hübsch), füllt die Stränge mit einer Feigenpaste und bestreut zum Schluß mit ein paar Salzflakes. Umwerfend gut, ihr Rezept.

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Aus „Smitten kitchen cookbook“, von Deb Perelman

Hefebrot
25g frische Hefe Zimmertemperatur
530g Mehl (evtl. etwas mehr, wenn Teig zu feucht)
150ml warmes Wasser
80ml Olivenöl
2 große Eier Zimmertemperatur
90g Honig (oder z.B. Agavensirup)
2 Tl Salzflakes oder 1,5 Tl Meersalz
Füllung
155g getrocknete Feigen. Habe durch getrocknete und 2 frische Pflaumen ersetzt grob hacken
1/8 Tl Abrieb einer unbehandelten Orange. Alternative: Grapefruit
120ml Wasser
60ml Orangensaft
1/8 Tl Meersalz
schwarzer Pfeffer
egg wash
1 großes Ei verquirlen
zum Bestreuen ein paar Salzflakes

Hefeteig: ein Vorteig ist nicht nötig – alle Zutaten in eine Schüssel geben und mit dem Knethaken der Küchenmaschine zu einem Teig kneten, ca. 5-8 Minuten. Teig aus der Schüssel nehmen, von Hand etwas weiterkneten. Wenn der Teig „Spannung“ hat, ist er genug geknetet. Eine Schüssel mit wenig Öl ausstreichen, Teig in die Schüssel geben, mit der Hand etwas Öl auf den Teig streichen, mit Frischhaltefolie abdecken. 1 Std. stehen lassen.

Füllung: alle Zutaten für die Füllung in einen Topf geben, aufkochen, bei mittlerer Hitze ca. 10 Min abgedeckt köcheln lassen. Ab und zu umrühren. Zwischendurch abschmecken mit Salz, Pfeffer, (falls Pflaumen verwendet werden evtl. Honig/ Agavensirup!) und Konsistenz überprüfen – evtl. einige Zeit ohne Deckel köcheln lassen. Masse pürieren und abkühlen lassen.

Aufgegangenen Hefeteig in 4 Teile schneiden. Jeweils in ein Rechteck ausrollen (muß nicht perfekt sein), mit der Feigen/bzw. Pflaumenpaste bestreichen. Jedes bestrichene Rechteck längs aufrollen. Die Stränge nun etwas lang ziehen, sie sollten nicht zu dick und einigermaßen gleich lang sein.

Flechten: Die Stränge wie im Bild auslegen.

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Die 4 Stränge, die „unten liegen“ über den jeweils rechts davon liegenden Strang legen. Danach die nun unten liegenden Stränge über den links davon liegenden Strang legen, usw. …wenn man das vor sich liegen hat sieht man schnell, wie´s geht…

Das Flechtwerk auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen und mit „egg wash“ bestreichen. 1 Std. stehen lassen. Zwischenzeitlich den Backofen auf 190 Grad vorheizen.

Bevor man das Challah in den Ofen schiebt nochmals (!) mit egg wash bestreichen. Danach kann man ein paar Salzflakes darüberstreuen. Oder so: mit einem Finger kurz in´s egg wash tauchen, danach in Meersalz tauchen und Salz-Tupfen auf das Challah setzen.

Für ca. 35-40 Min in den Ofen schieben – bei 90 Grad Kerntemperatur ist das Challah fertig (evtl muß man es einige Zeit mit Alufolie abdecken, falls es zu früh dunkel wird).

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memo: wenn ´mal keine Zeit für die Füllung ist: 1 großer Eßl Anis schmeckt toll im Hefeteig.

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30. Januar 2014

Apfelstrudel

Eine schöne Kombination an einem kalten Wintertag:  ein wärmende Suppe und danach ein fruchtiger, nicht zu süßer Apfelstrudel.

leicht abgewandeltes Rezept aus „nyarikonhya.blogspot.hu“

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1,2 kg Äpfel in dünne Scheiben schneiden, mit Zitronensaft beträufeln
50g Semmelbrösel, 50g Haferflocken im Mixer zerkleinern
30g Mandelblättchen
50g Butter + etwas zerlassene Butter zum Bestreichen des Teiges
100g Rosinen  in Wasser einweichen
3 Eßl Pinienkerne
1-2 Eßl brauner Zucker
1 unbehandelte Zitrone Schale abreiben, Saft auspressen
Zimt, Muskat
Strudelteig (aus dem Kühlregal) oder Teig selbst machen: 300g Mehl, 130ml Wasser, 3-4 Eßl Öl

Memo! ausprobieren: 250ml Mehl, 1 Ei, 1 Prise Salz, 2 Eßl Öl, 1/8l Milch. Milch nach und nach einarbeiten. Aus: „Echt Südtirol“ (von Mali Höller)

 

 

Ofen auf 200 Grad vorheizen.

Semmelbrösel mit den Haferflocken im Mixer fein bröseln. In eine Pfanne geben und leicht rösten. Mandeln und Pinienkerne dazugeben, kurz mitrösten, Butter dazu und vermischen.

Die mit Zitronensaft beträufelten Äpfel mit Zucker, Zimt und geriebener Muskatnuss würzen, mit der abgeriebenen Zitronenschale vermischen. Die Semmelbrösel-Haferflocken-Mandel-Pinienkerne-mischung dazugeben und gut vermischen. Gut durchziehen lassen. Kurz vor dem Füllen des Strudels die eingeweichten Rosinen zu der Apfelmasse mischen.

Je 2 Strudelteige (falls Teig nicht selbstgemacht) auf einem Küchentuch übereinanderlegen, mit zerlassener Butter bestreichen. Apfelmischung gleichmäßig darauf verteilen, an jeder Seite 2 cm Rand frei lassen. Ränder (ggf. nochmal mit zerlassener Butter bestreichen) nach innen über die Füllung einschlagen. Das Küchentuch an einer Längsseite anheben und den Strudel aufrollen. Mit dem Tuch auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech heben. Oberfläche üppig mit zerlassener Butter bestreichen. Ca. 30 Min in den Ofen, oder auch länger (abhängig vom Teig).

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6. Dezember 2013

Mama´s Weihnachtsbrödle

Als Kind habe ich mich immer gewundert, wie „anderen“ Familien die nach deren Rezept gebackenen Weihnachtsbrödle schmecken konnten. Ich war der Meinung, nur die Brödle von meiner Mutter sind wirklich gut. Nach einiger Zeit habe ich natürlich verstanden, daß jede meiner Freundinnen so dachte. Ich habe es beobachtet, wenn sie in die Brödle meiner Mutter gebissen haben, erwartete ich dasselbe oh-schmeckt-das gut-Leuchten in deren Augen wie ich es hatte. Das kam aber nicht. Das hatten sie ja nur, wenn sie von der eigenen Mutter Brödle aßen…. So hat jeder zu Hause die besten Brödle der Welt…

Spritzgebäck

…. knackiger Biß und schmeckt nach Nuß. Das ist Mama´s wunderbares Spritzgebäck.

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500g Mehl
250g Butter
200g Zucker
250g Haselnüsse
2 Eier

Butter mit Zucker und Eiern in der Küchenmaschine rühren. Mehl mit den Haselnüssen vermischen und zu der Buttermasse geben – mit dem Knethaken oder von Hand rasch zu einem Teig verarbeiten. Teig über Nacht durchkühlen lassen. Am nächsten Tag durch den Wolf Zackenwürste drehen und Monde formen. In den Ofen bei 180 Grad 12-14 Min.

Spitzbuben (Hildabrötchen)

Mama´s Teig ist schwierig zu verarbeiten: nach einmal Ausrollen stellt man die Reste vom Ausstechen besser nochmals kühl, bevor man erneut ausrollt. Aber die Mühe lohnt sich…

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200g Mehl
125g Butter
100g Zucker
1 Ei
65g gemahlene Mandeln
Abrieb einer unbehandelten Zitrone
Johannisbeergelee (oder z.B. Hagebutte…)
Puderzucker zum Bestäuben

Butter mit Zucker und Eiern in der Küchenmaschine rühren. Mehl mit den Mandeln vermischen und zu der Buttermasse geben – mit dem Knethaken oder von Hand rasch zu einem Teig verarbeiten. Der Teig ist sehr weich. Eingewickelt über Nacht kühl stellen.

Mit etwas Mehl ausrollen und Plätzchen ausstechen. In den Ofen bei 180 Grad für 10 Min.

Auf den „Unterseiten“ Marmelade verteilen, „Oberseite“ daraufdrücken und mit Puderzucker bestäuben.

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Schokoladenschnitten

Zur Abwechslung habe ich die Mandeldeko auf den Schokoschnitten verändert: Mandeln zusammen mit rosa Pfeffer grob mahlen und auf die Kuvertüre streuen. Sieht mit den roten Punkten zum Advent schön aus und der rosa Pfeffer macht sich auch geschmacklich super. Rezept siehe hier.

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